Als Angestellte einer vom Marketing getriebenen Firma habe ich natürlich genügend Consumer Insights (d.h. Einblicke in die Seele und Wünsche meiner Leser(innen)), dass ich um die Wichtigkeit einer zielgruppengerechten Textgestaltung weiß.
Darum: Männer bitte hier weiterlesen - Frauen bitte Taschentuch zurechtlegen und den darunter stehenden Post (Abschied) lesen.
Was bisher eindeutig in diesem Blog gefehlt hat, ist das Thema Auto und Straßenverkehr. Wer jetzt einen Bericht über das chilenische Essen erwartet hat: Sorry! Taco ist hier aber nichts Essbares, sondern bezeichnet den Stau...Zurück also zum mobilen Leben in Santiago: Nicht nur, dass das Benzin nur ca. 80 Cent kostet, das beliebteste Auto der Pick up oder Jeep ist (als Erklärung meinte mein Guide am Samstag: mit größeren Autos würde man einfach mehr Respekt auf der Straße bekommen!) und man sowohl recht als auch links als auch in der Mitte, also Hauptsache irgendwie, überholt, nein: es gibt auch noch fast immer genügend Parkplätze! Allerdings: die Stadtautobahn ist privatisiert (sonst würde es wahrscheinlich auch gar keine geben) und ist deshalb aller paar Kilometer mit hübschen Überwachungskameras ausgestattet, die je nach Tageszeit und Wochentag über ein im Auto befindliches Gerät die Autobahnnutzung verfolgen und kräftig absahnen. Pro Streckenabschnitt (und davon gibt es bis zur Arbeit sicher ca. 7 - 10) zahlt man ca. 120$ (habt ihr aufgepasst? Chilenische Peso werden auch wie Dollar abgekürzt!) als ungefähr 15 Cent. Klingt nicht viel aber über den Monat gerechnet...damit erreicht man natürlich auch, dass nur die reicheren Leute Autobahn fahren - und die anderen auf verstopften Nebenstraßen rumbummeln oder Fahrgemeinschaften bilden. Auch gern mit 4-10 Leuten hinten im offenen Pick up, ohne Gurt, bei 130 km/h! Und noch eine schöne Sache gibt es auf chilenischen Autobahnen: jede Menge digitaler Anzeigen, die wahlweise Stau, Nebel, Unfälle oder Sicherheitshinweise ankündigen. Zum Beispiel: Pierda la llamada, pero no tu vida! (Wörtlich: Verlier den Anruf, aber nicht dein Leben!). Für die mutigen unter euch ist das eine gute Überleitung zum nächsten Post...Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!
Mittwoch, 30. April 2008
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