Mittwoch, 30. April 2008

Abschied

Hier also der Frauen-Teil...da ich gemerkt habe, dass das Schreiben auch eine therapeutische Wirkung hat, nutze ich hier also die Möglichkeit mich heute vor schlechten Träumen zu schützen...Wie jeden Montag fuhren wir mit meiner Kollegin auch gestern wieder die 6spurige Straße Vespuccio entlang. In der Mitte wird diese von einem mehr oder weniger grünen Baumzwischenstreifen getrennt. Wie immer gab es hunderte Autos, Busse, Schulkinder mit Mini-Rollkoffern (sehr praktisch) und Straßenhunde. Doch gestern morgen sah ich 4 Hunde auf dem Mittelstreifen - einer lag über einem anderen drüber als würde er ihn beschützen - mein Hundeherz wurde sofort weich, weil ich das Gefühl hatte, die Hunden wollten einen sterbenden Kameraden begleiten. (meine Kolleginnen haben sich etwas über mich lustig gemacht, denn die sind in dieser Hinsicht abgehärtet). Gestern abend lagen die Hunde immer noch zusammen - heute morgen...immer noch. Immer diesselben Hunde, doch heute morgen bewegte sich der eine fast nicht mehr...und heute abend...Heute Abend war er gestorben und sein Beschützer versuchte ihn an einen Ort zu bringen. Als wüsste er, dass der Mittelstreifen nicht wirklich als Grab geeignet wäre...Ich weiß, das klingt pathetisch, aber das war ein so trauriger Anblick... Und wie der Versuch ausgeht als Hund einen anderen Hund über eine vielbefahrene 3spurige Straße zu schaffen, will ich mir lieber nicht ausmalen. Tja und ihr habt nun eine bildliche Vorstellung davon - aber etwas Mitleiden gehört heute dazu.
Passend zum Thema gab es dann heute Vormittag auch noch einen katholischen Gedenkgottesdienst bei Beiersdorf für einen vor einem Jahr verstorbenen Mitarbeiter. Ich in der ersten Reihe...Habe fleißig mitgesungen und versucht mich der Umgebung möglichst unauffällig anzupassen. Der Pfarrer war recht modern und seine Rede echt gut (sowohl inhaltlich als auch sprachlich gut verständlich :) Als ich dann auch noch einer Kollegin zuflüsterte, dass das mein erster katholischer Gottesdienst sei (ich war etwas perplex als sich plötzlich alle auf Kommando umarmten, küssten und sich "Paz", also Frieden, wünschten), wurde ich auch gleich noch dem Pfarrer vorgestellt- der mich prompt auf Deutsch begrüßte, weil er einige Jahre in Deutschland gearbeitet hatte. (Dass das insgesamt auch erst mein anderthalbter Gottesdienst war, ließ ich dann galant unter den Tisch fallen).
So jetzt geht es mir besser. Ich wünsche euch allen einen schönen Tag/Abend, genießt die freien Tage und lasst mal wieder die Seele baumeln. Wenn man will, hat man Zeit dafür!
Und wenn wir schon bei den guten und moralischen Vorsätzen sind: Der Pfarrer erzählte von einer Aktion, die "Enamorarte a dar" heißt - verliebe dich darin, zu geben (ohne eine Gegenleistung zu erwarten).

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