Was gibt es Neues zu berichten in Santiago? Nun es ist Winter und obwohl es
Letztes Wochenende habe ich mit den anderen Deutschen einen Ausflug nach Valparaiso gemacht. Die Stadt liegt ca. 1,5 h mit dem Bus von Santiago entfernt und wurde vor einigen Jahren von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. In der Blütezeit des Salpeterhandels wuchs die Hafenstadt und es wurden wunderschöne Gebäude erbaut. Mit dem Rückgang des Salpeterexports ging auch das Geld und so sind heute viele Häuser renovierungsbedürftig. Teilweise wurden sie renoviert, aber an vielen Ecken fehlt es leider an Farbe und die Investoren sind eher erpicht darauf das 12.304 gleichermaßen häßliche Büro- oder Appartmentgebäude hochzuziehen statt in die alte Architektur zu investieren.
Der Hafen begrüßte uns mit Hamburg Süd - Container und als besonderes Highlight kann unser Besuch im ehemaligen Gefängnis der Stadt bezeichnet werden. Der vermeintliche Hausmeister des Geländes, dass heute als Kulturzentrum, Spiel- und Fußballplatz sowie Übungsraum für Bands genutzt wird, entpuppte sich als ehemaliger Häftling. Und so bekamen wir eine über 1stündige Führung durch das Gelände mit ausführlichen (wahren??) Geschichten über das Leben im Gefängnis und den Ausbruch, den er (angeblich) maßgeblich mit geplant und vorbereitet hatte. Schon ein komisches Gefühl an so einem Ort plötzlich Kinder spielen zu sehen. Valparaiso und die Schwester-Stadt Vina (hier ist der schöne Strand und die etwas feinere Gesellschaft) werden uns auf alle Fälle nicht zum letzten Mal gesehen haben!
Und nun noch ein paar "Schmankerl" aus dem Leben in Santiago - habe mir extra mal einen Spickzettel gemacht - ihr wisst, ich bin leicht vergesslich.
Ein Phänomen der U-Bahn beschäftigte mich schon seit einigen Wochen: da ich in der End- oder Anfangsstation einsteige, habe ich mich gewundert, warum immer einige Leute an der gelben Linie stehen bleiben und auf den nächsten Zug warten, obwohl noch genug Platz im Zug war. Meine naive Interpretation: die Menschen sind total nett, denken mit und lassen den Menschen in den nachfolgenden Stationen noch etwas Platz. Denn die würden ja sonst nie weg kommen. Gestern habe ich meinen Spanischlehrer gefragt und er meinte, die Leute würden lieber auf den nächsten Zug warten, weil im großen Gedränge die Gefahr von Taschendiebstählen größer sei. Habe darüber nachgedacht. Die Erklärung macht eigentlich keinen Sinn. Denn spätestens ab der 3. Station ist es eh immer rappelvoll. Ich bleibe bei der netten Mitdenk-Interpretation!
In der letzten Woche haben wir in einer Zeitung eine Stellenanzeige geschaltet. Mini-klein und mit super wenig Informationen. Trotzdem haben wir in den letzten 4 Tagen sicher 300 Emails mit Lebensläufen bekommen. Was für eine Freude! Der Trick war übrigens über
Und zum Schluss: Bewerbungen, die zwar 5 verschiedene Schriftarten haben, aber
Das nächste Wochenende steht natürlich im Zeichen des Fußballs! Und Sonntag Abend werde ich mit meinen Kolleginnen zu einem Konzert gehen - mehr dazu im nächsten Blog.
Nur noch eine kleine Denkaufgabe, die mir bei meinen letzten Flügen aufgefallen ist: für welchen Notfall gibt es eigentlich Schwimmwesten und wer ist auf die Idee gekommen, dass diese an Bord eines Flug (nicht Schwimm!)-Zeuges nützlich sein könnten? Ganz ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, wie das Flugzeug mit Triebwerkschaden sanft ca. 10 m über dem Ozean dahinschwebt um die Passagiere einer nach dem anderen mit süßen gelben Schwimmwesten auf den Rutschen in den blauen Ozean hineingleiten zu lassen (vielleicht bekommen sie noch ein Bonbon zum Abschied?) Ich finde das Geld könnte man sparen - oder die Schwimmwesten an Fähren verschenken, die das wirklich brauchen! ;)
Viel Spaß beim Fußball!
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